Susanne Fern  |  Photoingenieurin

Ich bin ein Kind der Siebziger und kam vor 26 Jahren zum Studieren aus Norddeutschland nach Köln. Tja, und was soll ich sagen – seither gab es einfach keinen Grund, wieder zu gehen. Ich lebe seeeehr gerne in dieser eigensinnigen Metropole. Ein Vierteljahrhundert reichte zwar nicht aus, mich Kölsch und Karneval näher zu bringen, aber ich hab‘ ja auch noch ein paar Johr… 😉

Durch mein technisches Fotostudium arbeitete ich an vielerlei spannenden Orten. Jeweils mehrere Jahre war ich beim Fernsehen, im Fotomuseum und als Hochschuldozentin tätig. Heute fühle ich mich in der Selbständigkeit glücklich und bestens aufgehoben. Hier kann ich, ohne mich verbiegen zu müssen, meiner Berufung folgen, hohe Qualitätstandards setzen und mir Zeit für den Menschen vor der Kamera nehmen. Und vor allem kann ich meine persönlichen Werte und Stärken voll ausleben.

Angeführt wird diese Liste mit dem Sinn für das Schöne. Ich kann gar nicht anders, als allen Dingen etwas Gutes abzugewinnen, weil ich von jeher einen liebevollen Blick für das Schöne im Verborgenen habe. Deshalb arbeite ich auch so gerne mit Menschen. Und die nähern sich mir meistens mit etwas Scheu und Schmerz. Denn wer kennt sie nicht – die endlose Reihe missglückter Schnappschüsse und Portraits, auf denen man sich nicht gefällt. Vor meiner Kamera stehen (glücklicherweise!) keine Profimodels, sondern Leute wie du und ich. Bei unserer gemeinsamen Arbeit kommt er dann irgendwann, der richtige Moment. Und dann werde ich da sein, um ihn mir zu schnappen. Mit meiner Kamera.

Ebenso spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in meinem Leben eine übergeordnete Rolle. 2018 entschied ich mich bewusst dafür, den Firmen-PKW abzugeben. In einer Stadt wie Köln geht das! Mittlerweile kann ich sagen, dass es kein Verzicht, sondern eine Bereicherung war. Ich mache die meisten Wege mit dem Rad. Ich bewege mich halt auch ziemlich gern. Falls das Foto-Gepäck zu umfangreich oder die Anfahrt zu weit ausfällt, steige ich auf die Elektroflotte von Donk-EE und Cambio um, die sauber produzierten Strom verwenden, und erst ganz zum Schluss kommt ein klassischer PKW.

Auch verwende ich das Profi-Equipment extrem lange. Meinen guten Arbeitsergebnissen ist das selbstredend nicht anzusehen. Aber der Kunde würde es auf seiner Rechnung bemerken, wenn ich mir jährlich die neuesten Spielereien und Kameramodelle zulegte. Ich hätte an beidem keinen Spaß. Vom Umweltaspekt ganz zu schweigen. Dass durch meinen PC zertifizierter Ökostrom fließt, ist für mich ebenso selbstverständlich.

Und wenn ich nicht meiner tollen Arbeit nachgehe, dann frickel ich herum. Das ist wie Meditation für mich. Irgendwas gibt es immer zu reparieren oder zu erschaffen. Ich verschlinge Sachbücher in meinem Ohrensessel und liebe Lupinenkaffee mit Hafermilch, vegane Pfannkuchen mit Apfelmus und den Taron im Phantasialand (yay!). Denn eine ordentliche Portion Freude und Sinnlichkeit gehören für mich zum Leben immer dazu. Nicht nur bei der Arbeit… 🙂