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DIE ESSENZ DER DINGE
…es geht mir nicht um Vollständigkeit. Ich bin kein Sammler, kein Archivar immer gleicher Gegenstände, kein Chronologe. Viel mehr suche ich in ganz unterschiedlichen Kontexten die gleiche Essenz: Das Schöne im Unscheinbaren, die Ästhetik im Unperfekten, den Reichtum im Wertlosen.

Daily Nähkästchen
14-03-2026 . 08:19 h | Samstagmorgen. Kühles Schmuddelwetter. Ich mache gleich ein schönes Frühstück für mich und meine Tochter, und dann reise ich wärmere Gefilde und arbeite an meinem Projekt NIKOSIA: das gleichnamige Ensemble soll einmal in einer alten zyprischen Küche hängen. Die Bildgruppe macht den Anfang, doch geht es letztlich darum, gestalterisch den ganzen Raum einzubeziehen und einzukleiden, damit sich Kunst und Lieblingsorte verbinden. Ich überlege mir dazu die passenden Farben, Möbel und Werkstoffe und folge dabei vornehmlich meiner Stimmung in Bezug auf das Ensemble. Ein himbeerroter Stuhl steht schon bereit, dazu weitere Sperrmüllschätzchen aus Eichenholz und ein herrlich alter Tisch. Die Küche selbst soll eher landestypisch anmuten. Ein selbstverständlicher und harmonischer Mix aus Alt und Neu, Eichenholz und Beerentönen.
Ich frage mich nicht, welche Bilder am besten in diesen einen Raum passen, sondern wie der Raum für meine Werkgruppe Nikosia idealerweise beschaffen sein muss, damit ich mein Gefühl zu dieser Bildgruppe ausdrücken kann. Denn mir geht es vorrangig um die Präsentation meiner Kunst und erst dann um die Gestaltung des Raums. Trotzdem heißt das Ziel Verschmelzung & Wohlfühlen.
12:39 h | …ein kleiner Spaziergang zu DHL, und schon fallen mir wunderschöne, dunkelblaue, bauchige Wassergläser vor die Füße. „Zu verschenken“. Ich glaube, der Garten in Nikosia wird nun wasserblau. Oder die Fischerhütte am Meer. Mal sehen. Denn alles beginnt mit einer Idee!
16:23 h | Die blauen Gläser ziehen ihre Kreise. Alles kann für mich ein inspirierender Anstoß sein, der sich mit all meinen weiteren Ideen und Steckenpferden verbindet. Ich kann gar nichts dagegen tun! Nun recherchiere ich ihretwegen nach Halophyten – Pflanzen, die Meerwasser vertragen. Meine Idee: einen Garten in Meeresnähe anzulegen, um mangels Kanalisation Urin ohne Frischwasser an Ort und Stelle (und nicht im Meer!) zu entsorgen, verdünnt mit reichlich vorhandenem Salzwasser, und gleichzeitig den Küstenschutz fördern: mit Meerkohl, Strandportulak, Strandistel, Meerfenchel… Denn Urin ist voll der geniale Dünger. (Feststoffe kommen auf den Kompost). Müsste funktionieren! Und zwar mit der autarken Fischerhütte.
TULIP | Dauerausstellung
Impressionen
…alle diese Ensembles zeigen in unterschiedlichster Weise eine gewollte und auch für den Betrachter anziehende Harmonie. Meine Empfehlung kann nur sein, man muss sie besitzen, man wird die haben wollen. Und ich persönlich bin diesem Wunsch schon mehrmals gefolgt.
Susanne Ferns Kernkompetenz ist nur vordergründig das Fotografieren. Tatsächlich ist sie eine Meisterin darin, die Seele des Objekts, das sie abbilden möchte, zuvor zu ertasten.
Den Weg, scheinbar Profanes durch die Art und Weise der Inszenierung, des Zeigens wertvoll zu machen, ihm Bedeutung beizumessen oder auf die Bedeutung zu verweisen, den diese Gegenstände in unserem Erlebnis haben – das ist eine Übung der Moderne. Diesen Weg geht Susanne Fern.