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DIE ESSENZ DER DINGE
…es geht mir nicht um Vollständigkeit. Ich bin kein Sammler, kein Archivar immer gleicher Gegenstände, kein Chronologe. Viel mehr suche ich in ganz unterschiedlichen Kontexten die gleiche Essenz: Das Schöne im Unscheinbaren, die Ästhetik im Unperfekten, den Reichtum im Wertlosen.
Aussichten . Kalender 2027
05-09-26 . Gerade noch Spätsommerwetter, da liegt in den Supermärkten schon wieder die Weihnachtsschokolade *äächz*. Ritter Sport Spekulatius, um genau zu sein. Das bedeutet unweigerlich, der Jahreswechsel naht.
Und so geb ich denn schon mal eine kleine Vorschau auf den Wandkalender für 2027. Bisher waren die immer sortenrein, doch nun darf es mal ein MIX werden.
Die Motive stehen schon fest. Das Kalendarium bleibt, wie gehabt, ganz schlicht und zart. Vermutlich heißt er THINGS…
21-10-26 . Nun gibt es weitere Infos:
Format: 37 x 37 cm
Preis: 32.00 € inkl. 7 % MwSt.
…und schweren Herzens kann ich auch Folgendes bereits verraten, nämlich dass diese Ausgabe die letzte ihrer Art sein wird. Da ich mein Werk, ergo meine Ensembles schützen möchte, bedeutet es das Aus für meine zu qualitätvollen Jahresbegleiter. Sie machen mir selber Konkurrenz. Ihr Erfolg war leider auch ihr Untergang.
Daily Alltagsgeplänkel
...denn ich fotografiere nicht nur, ich schreib auch gern.
23-10-2026 . 11:47 h | Ich glaube, heute habe ich Lust, mal wieder Objekte für meine Ensembles zu fotografieren. Draußen ist es trotz des Sonnenscheins irgendwie auch windig und usselig, so dass ich nicht rausgehen mag und mit grünem Tee und Wollsocken lieber in der Nähe der Heizung bleibe.
In meinen Schränkchen und Archivschächtelchen bestehend aus Pappboxen und so manch einer Tupperdose haben sich über die Monate wieder viele kleine Objekte zusammengefunden. Darunter Plastikfiguren vom Flohmarkt, plattgefahrene Fundstücke von der Straße, der mumifizierte knallrote Strunk eines Granatapfels, vom Boden abgepittelte weiße Farbklekse des letzten Ausstellungsaufbaus im Museum, sechs eingetrocknete winzige Passionsfrüchte […weil ich im heißen Sommer zu dämlich war, meine über alles geliebte Balkonpflanze rechtzeitig zu gießen. Sie hat es glücklicherweise überlebt. Nicht auszudenken, denn sie ist schon über 10 Jahre alt!]. Dazu Wachsmalstifte aus den Kleinanzeigen, ein Stückchen Trompete vom Mülleimer nebenan, dreckiges Weingummi – ein Spiegelei, eine herzförmige Filzdeko am Bande aus Bulgarien, ein schäl dreinblickender Souvenir-Keramikesel von Lanzarote und immer wieder Überreste des Kölner Karnevals, den ich tatsächlich nur für seine knallbunten Hinterlassenschaften schätze, bevor die Stadtreinigung sie dankenswerterweise verschluckt.
Was von all diesen Snippets der Zivilisaion tatsächlich in meinen Ensembles auftauchen wird, das weiß ich nicht. Die absolute Gewissheit darüber spüre ich manches Mal erst beim Fotografieren. Da hilft es auch nicht, dass ich sie monate- oder gar jahrelang aufbewahrte und teils viel Geld für sie in die Hand nahm. Alles kein Kriterium!
Somit hat auch meine Kunst einen großen unsichtbaren Bodensatz, auf dem sie fußt, und den niemals jemand zu Gesicht bekommt. Das ist vergleichbar mit den Übermalungen in einem Gemälde: Korrekturen, Meinungsänderungen und komplette Fehlversuche. Die sind alles andere als unwichtig, wenn auch unsichtbar! Sie führten durch Trial & Error beziehungsweise Selektion & Evolution zum sichtbaren Ergebnis, indem sie anderen »Dingen« den Vortritt ließen.
So sind sämtliche Bemühungen, sämtliches Wirken eines Künstlers Teil seiner ~sichtbaren Kunst.
…und wenn das bedeutet, dass nach jahrelangem Schaffen „bloß“ drei Worte für andere dabei herauskamen.
Nachschlag
13:56 h | Es hilft ja nix, nun muss ich doch hinaus in die Kälte: Samstagseinkauf. [14:04 h | Ähm, Susanne, es ist Freitag!] Als mentalen Schutz trage ich knallrote Kniestrümpfe mit großen blassrosa Tupfen. [Das Gegenstück mit kleinen Marienkäfern – die einzig akzeptable Form von Partnerlook – hüte ich wie einen Schatz bis zum Tag des Verschenkens. Und dazu: rosa Brause.]
15:35 h | Frisch vom Einkauf zurückgekehrt habe ich den zuvor erwähnten Grüntee nun ersatzlos gestrichen, ich machte just bei dm nämlich eine Entdeckung: Hafermilch Pistazie. Lässt sich sogar prima aufschäumen, dazu meine Lieblingsbohne „Bio Äthiopien“ von Tchibo. Derweil hagelt’s von draußen windig und lautstark Ahorn-Samen ans Fenster.
Wat schet mi dat! Ich hab jetzt meinen Kaffee! Und dabei träume ich von einem Nachtzug nach Venedig…
18:30 h | Mit reichlich Verspätung geht’s jetzt mit dem Fotografieren los. Der Granatapfelstrunk macht den Anfang.
Es kommt halt auch immer Mama-Alltag dazwischen. *errrgh* Teenager = Vollzeitpflege. [Zum Glück muss ich keine Windeln mehr wechseln. Ansonsten unterscheidet sich die Schose nicht von der Kleinkinderbetreuung.]
22-10-26 . Heirat & so
15:24 h | Kritische Betrachtungen zum schönsten Tag im Leben
[…den ich doch bitteschön für den Rest meines Daseins immer noch vor mir wähnen möchte. Wozu bin ich sonst unterwegs, frage ich mich?!]
Ewige Planungen, Diäten und Shaping-Programme. Für die einen Extensions und für die anderen Gelnägel mit Strass. Tante Trude verträgt keinen Fisch, die kleine Marie isst am liebsten gelben Wackelpudding, und wenn ich bisher Karlottas Ehemann traf, war der Tag eigentlich immer direkt gelaufen. Das Menü kostet 90 € pro Person, den unbequemen 3000€-Alptraum in Weiß werde ich mein Lebtag kein zweites Mal tragen wollen [das war ja Sinn der Veranstaltung], der Porsche-Oldtimer hüllt die Gesellschaft in Atem raubende blaue Wölkchen, des Pastors Ansprache war die meine nicht, ein Geschenketischlein prankt mit Potential für heimliche Schamestränen [weils von Herzen kam], zur Freude aller regnet es jetzt auch noch in Strömen, und der Hausmeister kratzt laut fluchend die Glitzerfolienschnipsel tags drauf aus den Pflasterfugen vorm Portal. Wie jedes Mal zuvor.
Solch ein Ereignis hält einen natürlich beschäftigt, wenn man sonst nichts Gescheiteres zu tun hat! Das ist ja eh meine heimliche Vermutung, wenn ich von oben auf diesen Planeten blicke: es handelt sich bei der Spezies Mensch um eine reine tumpe Beschäftigungstherapie zwischen ihrem Anfang und ihrem Ende.
Was für mich jedoch viel schwerer wiegt, und was zugleich der wahre Grund ist, warum ich niemals heiraten werde, ist die rechtliche und gesellschaftliche Ungleichbehandlung von Verheirateten gegenüber Alleinstehenden. Ich empfinde es als verfassungsrechtliches Mittelalter und als riesengroße Ungerechtigkeit, für die ich – ganz ehrlich und entschieden gesagt – mein Land nicht ernst nehmen kann! Ich mache da nicht mit! Denn es ginge auch anders. Wir sind Individuen und werden es immer bleiben. Der Schutz und die Fürsorge muss folglich für jeden einzelnen gleich aussehen. Und ich selber muss bestimmen dürfen, wer mir (emotional, gesellschaftlich und finanziell) nahestehen darf und wer nicht. Das geht den Staat nämlich nichts an, die Gene nicht und die Nachbarn ebenso wenig! 😉
20-10-26 . Vom Träumen
23:49 h | Weisheit bedeutet für mich angewandte Erkenntnis. Letztere offenbart sich manchmal schnell, und manchmal benötigt sie Jahre.
In einem konkreten Fall hatte das ihre Ursache in zu viel (?) Geduld, in Genügsamkeit, in dem Wunsch zu beobachten, zu begleiten, zu klären und in der Hoffnung.
Doch egal, was ich in dieser einen Sache tat, und wie sehr ich mich auch bemühte, es kam nichts dabei heraus. Ich folgte aufrichtig meinen Wünschen und Träumen und meiner Liebe, und sie führten mich hinein in die Leere.
Jedoch, wie könnte ich mir dafür jetzt einen Vorwurf machen, wo sie mich auch in die Lehre führten:
Verknüpfe deine Träume niemals mit konkreten Personen bzw. Umständen, die du nicht beeinflussen kannst, sonst wirst du deine Träume vermutlich niemals realisieren können! Ich habe deshalb meine Wünsche überdacht und aufrichtig korrigiert. Denn wenn die nicht stark genug sind, dass ich sie auch nur für mich alleine umsetzen möchte, dann taugen sie nicht. …oder:
»Erfüllt sich ein Wunsch nicht, wacht der Himmel über dich.«
° ° °
Des weiteren liebe ich die deutsche Sprache für ihre schier endlosen Optionen, etwas ausdrücken zu können, und finde sie doch in meiner Angelegenheit zu ungenau: das Wort »Traum« ist neutral. Der »Träumer« ist es nicht, genauso wenig wie die »Träumerei«.
Wir unterscheiden zwischen Traum und Träumerei, sprechen aber nicht von der Person eines »Träumerei-ers«.
Ich selber träume und muss mich dann sachlich umschreibend »Träumende« nennen, um keine Träumerin zu sein.
Was denn nun, liebes Deutsch?! Manchmal gehst du mir tatsächlich auf den Keks bzw. die Leute, die durch ihren Sprachgebrauch solche Ungenauigkeiten reinschleppen, die dann plötzlich für alle gelten. Wer definiert sowas?!
Der Träumer ging für mich auf diese Weise verloren. Futschikato! Wie schade!
Sofort verfügbare ENSEMBLES
Immer vier Bilder. Zeitlos und still.
Die hier abgebildeten Ensembles sind sofort verfügbar. Ich kann sie innerhalb von 1-2 Werktagen bis 600 km Umkreis auch ins EU-Ausland persönlich liefern. Es gibt einen pdf-Katalog mit zusätzlichen Infos und Abbildungen, den ich gerne zumaile.
Und hier findest du weitere Ensembles auf Bestellung. Die Neuanfertigungen dauern je nach Anzahl bis zu 4 Wochen.
Es lebe das Poesiealbum! 🌸
SO CIRCA LIEBESGEDICHT
Aufsteller SO CIRCA LIEBESGEDICHT
mit 12 Gedichten aus meiner Feder
Format: 15 x 19 cm
Vierzehn dicke, matte Seiten aus 250 g/m³-Bilderdruckpapier als Tischaufsteller im Kalender-Stil mit weißer Spiralbindung.
Preis: 15.00 € [inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versand*]
Bei Interesse einfach formlos per Kontaktformular melden. Ich schreibe dann zurück und sende eine Rechnung.
* 4.00 € innerhalb Deutschlands. Auslandsversand bitte erfragen.
aktueller Bestand: 8
…alle diese Ensembles zeigen in unterschiedlichster Weise eine gewollte und auch für den Betrachter anziehende Harmonie. Meine Empfehlung kann nur sein, man muss sie besitzen, man wird die haben wollen. Und ich persönlich bin diesem Wunsch schon mehrmals gefolgt.
Susanne Ferns Kernkompetenz ist nur vordergründig das Fotografieren. Tatsächlich ist sie eine Meisterin darin, die Seele des Objekts, das sie abbilden möchte, zuvor zu ertasten.
Den Weg, scheinbar Profanes durch die Art und Weise der Inszenierung, des Zeigens wertvoll zu machen, ihm Bedeutung beizumessen oder auf die Bedeutung zu verweisen, den diese Gegenstände in unserem Erlebnis haben – das ist eine Übung der Moderne. Diesen Weg geht Susanne Fern.