ENSEMBLES

Die Idee der Ensembles und auch der Begriff ergaben sich aus dem Strom meiner Arbeit der letzten Jahre. Manchmal schaue ich dann nach, wie andere definieren würden, was ich an die Wand gebracht habe. Aus Neugier, in der Rückschau.

Fragt man Wikipedia, so steht ein Ensemble für eine Gruppe von Menschen oder Dingen, die gemeinsam etwas [Neues] bilden. Oder auf die Physik bezogen ist es die „theoretische Gesamtheit gleichartig präparierter Systeme von Teilchen“.

Gleichartig präpariert… Systeme von Teilchen… Ich denke, das trifft es ganz vorzüglich.

Meine Ensembles sind Kompositionen aus eigensinnigen Einzelobjekten und Objekt-Collagen, die ich zu einer Einheit verbinde. Und diese Verniedlichung des Teilchens drückt auch mein verzärteltes Verhältnis zu den Dingen aus, die ich abbilde.

Ich habe sie ausgewählt, da sie mich in einer besonderen Weise anrührten, als sie mir begegneten. Es ist dieses innere „Ja!“, ein wenig wie verknallt sein, der Genuss von Oberfläche und Farbigkeit, Haptik und Material.

Ich belasse die Objekte im vorgefundenen Zustand und zeige sie immer auf die gleiche neutrale Weise: ohne Umfeld und ohne vorgeprägte Stimmung, auf einem weißen Hintergrund, im gleichen Licht, im gleichen Format, im gleichen Rahmen. Die formale Strenge würdigt jedes Element gleichermaßen und wertet nicht.

Befreit vom visuellen Rauschen des ursprünglichen Umfelds kann der Betrachter das Wesen, die Essenz ‚meiner Teilchen‘ nun selber entdecken und sich seiner Wahrnehmung und den Erinnerungen hingeben, die beim Anblick der Gegenstände aufziehen mögen.

Es ist ein Angebot, die Welt der Dinge, die uns so selbstverständlich umgibt, und die wir selber geschaffen haben, mit anderen Augen zu sehen.

…oder sie überhaupt einmal zu sehen.