ZUGLANDSCHAFTEN

Meine ersten Bilder dieser Art fotografierte ich auf einer Zugfahrt nach Worms im Jahr 2006. Ich war auf dem Weg zu einem Schulfreund.

Ich fahre gerne mit dem Zug und genieße am Fenster die ratternde Monotonie, die vorbeisausenden Landschaften, die vor meinen schläfrigen Augen verschwimmen.

An jenem Tag hatte ich meine Kamera dabei, und ich versuchte, den verwischten Eindruck meiner verlangsamten Wahrnehmung festzuhalten. Ich experimentierte kurz und fand heraus, wie ich mithilfe des Sonnenstands und einer etwas längeren Belichtungszeit die Landschaft reduzieren konnte.

In den darauffolgenden Monaten wiederholte ich diese Versuche, wann immer das Licht und ein halbwegs sauberes Zugfenster es zuließen.

Mittlerweile sieht man häufig solcherlei Aufnahmen. Deshalb habe ich ein wenig das Interesse an ihnen verloren. Doch über meine frühen Exemplare freue ich mich, deren melancholische Blässe alleine durch eine gesteuerte Belichtung entstand. Und nicht, wie viele glaubten, mithilfe von Photoshop. 😉